Ihr  Titel
 

Die Vorgehensweise des Naturalclassic® Schulungssystems für Mensch und Pferd:


In der Praxis gehe ich immer wie folgt vor, wenn sich eine Schülerin ein Schüler mit ihrem/seinem Pferd vorstellt:
Ich lasse mir das Problem oder das gewünschte Thema erst mündlich schildern und dann sehe ich mir das Paar in Aktion an.
Ich bezeichne diese Vorgehensweise als Bestandsaufnahme und während dieser Bestandsaufnahme interveniere ich nicht. Das hat den einfachen Grund: Ich sehe unverfälscht, wie die beiden miteinander agieren. Die Bestandaufnahme beginnt nicht erst in der Reitbahn, sondern bereits bei der Vorbereitung des Pferdes. Ausladen aus dem Hänger, Vorbereiten zum Reiten, Führen in die Reitbahn und noch viele Tätigkeiten mehr sind aus meiner Erfahrung wichtige Aktivitäten, die die Arbeit mit dem Pferd wesentlich beeinflussen. Eine Trainingseinheit kann nur dann gelingen, wenn die Bestandsaufnahme sorgfältig durchgeführt wurde. Am Ende muss sich die Frage: „Was hat dieses Paar nun genau vom Unterricht gehabt?“ Klar beantworten lassen. 

Ich habe einmal an einem Kurs teilgenommen, welche von einer amerikanischen Trainerin durchgeführt wurde. Eine Schülerin bekam einen Inhalt erklärt, welcher ihr vorab bereits klar gewesen war. Sie hat sich nicht getraut, den Unterricht vor Publikum zu unterbrechen. Sehr schade, denn diese Trainerin hatte viel Wissen und Können im Gepäck.

Zudem muss herausgearbeitet werden, was der Mensch noch optimieren muss und woran mit dem Pferd gearbeitet werden sollte. Oft wird am Pferd gearbeitet, obwohl der Fehler bei der Reiterin liegt und umgekehrt. Probleme mit Pferden liegen nach meiner Erfahrung immer in einem Mangel an Kommunikationsfähigkeit des Menschen. Der Mensch ist nicht in der Lage, zu interpretieren, was das Pferd da gerade gesagt hat und nicht fähig, durch Handlung klar auszudrücken, was er vom Pferd möchte. Das, was der Mensch tut, ist nicht kongruent zueinander. Weder die Hilfen unter dem Sattel für sich betrachtet noch die Vereinbarungen am Boden zu den Vereinbarungen im Sattel.

H M A S   Horse  Man Action Speech ist das, den meisten unbewusste Thema.
In der deutschen Sprache: P M A S
Pferd  Mensch Aktions Sprache.
Der Mensch hat verdrängt, dass das Pferd im Hänger das gleiche ist, wie Das unter dem Sattel. Es werden im Umgang mit dem Pferd Vereinbarungen getroffen, die unter dem Sattel plötzlich keinen Bestand mehr haben. Ein Beispiel hierfür ist das Reiten von klassischen Dressurlektionen auf hohem Niveau. Hier ist es zielführend, möglichst nur den Anfang und das Ende der Lektion zu kommunizieren. Dazwischen soll das Pferd die Ausführung eigenständig fortsetzen. Das entspricht dem natürlichen Prinzip der Pferde. Hat der Mensch jedoch die Angewohnheit, sein Pferd im Umgang engmaschig mit Anweisungen zu überhäufen, so wird er auch im Sattel dieses hohe Ziel nicht erreichen können. Es ist in meiner gesamten Lehrtätigkeit noch niemand zu mir gekommen, der diese Erkenntnis vorher bereits hatte und sie auch angemessen in sein Verhalten zum Pferd umgesetzt hätte.
 Es ist viel gutes Pferdewissen bekannt, jedoch erlebe ich eine große Verwirrung bei neuen Schülern, da die Menschen sich von unterschiedlichen Philosophien beeinflussen lassen und ihre Praktiken im Ergebnis nicht zusammenpassen. Naturalclassic hilft, sich im Dschungel der Philosophien zurecht zu finden. Es beschreibt nicht noch eine weitere Philosophie, sondern bezieht sich auf das Erleben in der Praxis. 
Nur das, was ich wirklich erlebt habe, verhilft mir zu wahrer Kompetenz. Die Inhalte kondensieren das, was nach meiner Erfahrung funktioniert.
Dabei handelt es sich um Gesetzmäßigkeiten, die kein Mensch ins Leben gerufen hat, sondern das Leben selbst. Ich bin nicht die Erfinderin dieser Gesetzmäßigkeiten, sondern ich habe sie im Naturalclassic - System lediglich in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht und wende sie an. Ich habe erfahren, an welchen Tatsachen ich mich bei der Erfüllung meines Traumes von der „feinen Pferde – und Reiterausbildung „bedienen muss. Diese Gesetzmäßigkeiten sind indiskutabel.
Die gängigen Bodenarbeitskonzepte liefern aus meiner Sicht keine direkte Beziehung zu der Arbeit unter dem Sattel, wenn man es genau nimmt und übersetzt, was denn da wirklich kommuniziert wird. Und darum geht es ja. Es geht um Kommunikation durch Handlung. Das ist die Sprache unserer Pferde. Wir können mit verbaler Sprache ein Double – Bind aufbauen. Dieses menschliche Phänomen hat aber in der Pferdewelt keinen Bestand. Dem Pferd ist das, was wir Menschen fälschlicherweise als „Unser Leben“ bezeichnen völlig egal. Damit meinen die meisten von uns: Ich bin Mia, Mutter von zwei Kindern, Frau des Herrn Doktor Müller,……. Das Pferd erkennt das wahre Leben: Die momentane Energie, den Herzschlag, den Atem, die Ausstrahlung, die innere Haltung und alles, was den Menschen so ausmacht. Unabhängig von Status und Herkunft. Ich weiß, dass dies hinlänglich bekannt ist, diese Erkenntnis wird aber nach meinen Beobachtungen nicht konsequent in die Pferdeausbildung einbezogen. So wird schwerpunktmäßig „am Pferd gearbeitet“, obwohl wir Menschen oft noch nicht einmal stehen können, wenn wir stehen. Ich meine damit, dass wir unsere natürliche Fähigkeit, der zu sein, der wir wirklich sind, am Pferd wiederfinden sollten. Und uns erst dann anmaßen sollten, das Leben eines Tieres zu beeinflussen. Wir können sogar noch einen Schritt weiter gehen: Durch eine faire Auseinandersetzung mit dem wahren Wesen meines Pferdes, kann ich der werden, der ich sein kann.
Nach meiner Meinung sollte jeder Mensch zunächst einmal lernen, sich selbst zu führen, bevor er sich zutraut, 500 Kg Lebendmasse durch die Menschenwelt geleiten zu wollen. Persönlichkeitsentwicklung ist hier das Stichwort. Auch hier spreche ich aus Erfahrung: Immer dann, wenn ich bei einem Pferd nicht weitergekommen bin, habe ich die Grenze meiner eigenen Persönlichkeit berührt. Und das ist bis heute so. Wir lernen nie aus und entwickeln uns im besten fall immer weiter und wachsen.
Ein wesentliches Versagen bei der Kommunikation mit unseren Pferden am Boden ist folgender Zusammenhang: Beispielsweise wird beim Führen des Pferdes am zu kurzen Strick gezupft oder gezogen, wenn das Pferd nach rechts oder links wenden soll.
Damit wird kommuniziert: Zupf links gleich Bewegung nach links, Zupf (oder sogar Zug) rechts bedeutet Bewegung nach rechts.
Im Sattel angekommen wird an beiden Zügeln gezupft oder manchmal auch gezogen, in der Hoffnung, das Pferd wird langsamer oder hält an. Bedauerlicherweise hat das Pferd abgespeichert:  Zupf oder Zug bedeutet Bewegung. Wohin bleibt in diesem Fall aus Pferdelogik offen.
Der Illusion, 500 Kg Pferd mit zupfen oder ziehen anhalten zu können, geben sich immer noch viele Reiter hin. Der Mensch muss besonders geschickt sein, schnell sein, mutig sein, um dieses grundsätzliche Defizit zu kompensieren. Es sind die besonders sensiblen Menschen, die skeptisch sind und dann als schwache Reiter bezeichnet werden. Aus diesem Grund hören viele Menschen auf, zu reiten, wenn sie ein bestimmtes Alter überschritten haben. Manche Pferdebesitzerinnen arbeiten aus diesen Gründen – ob bewusst oder unbewusst – nur am Boden und reiten ihr Pferd nicht oder bleiben in einem kleinen Schonraum.
Hinzu kommt, dass durch diese weit verbreitete Technik des Pferdeführens ein wesentlicher Grundstein für einen frühen Verschleiß des Pferdes zu finden ist.
Wir Menschen müssen lernen, Bewegung horizontal zu denken. Wir  befinden uns physisch in der Vertikalen. Ein Pferd benötigt für eine Wendung wesentlich mehr Raum, um die Hinterhandgelenke nicht zu ruinieren, die bei einer kleinen Wendung mithilfe eines kurzen Strickes regelmäßig verdreht werden.
Das feine Führen und das bewusste Reiten von Tempovariationen, sowie Tempoübergängen von „hinten nach vorne“ ist aus meiner Sicht das zentrale Thema für  jemanden, der ein wirklich feiner und sicherer Reiter sein möchte. Die Basis hierfür wird am Boden und in der Alltagskommunikation gelegt.
An diese Stelle lüftet sich das Geheimnis, was wirklich darunter verstanden werden soll, wenn der Anspruch gestellt wird, in der Tat ein „Reiten von hinten nach vorne“ zu praktizieren.
Wenn wir in der Kommunikation vor dem Reiten Fehler machen, so können wir nicht wahrhaftig von hinten nach vorne reiten.
Und nur ein Reiten von hinten nach vorne birgt den Luxus, ein Pferd unter sich zu haben, welches auch in einem Zustand von hoher Energie mit Leichtigkeit zu beherrschen ist. 
„Nur der Reiter, des sein Pferd von hinten nach vorne führen kann, wird es auch von hinten nach vorne reiten können!“
Naturalclassic hilft , simple Funktionszusammenhänge zu vermitteln, um möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, ihren Beruf als Pferdetrainer oder ihr Hobby so auszuüben, wie sie es sich erträumt haben:
Ein bis ins hohe Alter gesundes Pferd mit voller Energie, leicht beherrschen zu können und dabei sicher und entspannt zu sein, und zwar in jeder Situation. Also eine in Harmonie gehaltene hohe Energiefrequenz. Diese Qualität unter sich zu spüren, wünsche ich jedem, der aus Leidenschaft reitet! Mein Team und ich  liefern die Basis hierfür. Nach den ersten Trainingseinheiten werden Sie bereits wissen, was tatsächlich darunter verstanden wird, ein Pferd von hinten nach vorne zu reiten.
An dieser Stelle ein Zitat von mir, für welches ich wahrscheinlich nicht gemocht werde:
ZITAT:
"Rollkur als Phänomen unserer Zeit ist nicht präsent, weil die praktizierenden Reiterinnen und Reiter nicht anders wollen. Viele können es schlichtweg nicht!"
Diese Aussage soll nicht dazu dienen, renommierte Reiterinnen und Reiter zu diffamieren. Ganz im Gegenteil! Ich habe größten Respekt für die hervorragenden Leistungen im deutschen Pferdesport und der Pferdezucht. Ich würde mich glücklich schätzen, wenn Naturalclassic dazu beitragen würde, auch bereits erfolgreiche Reiter zu weiteren Entwicklungsschritten zu animieren. Niemand lernt je aus! Je mehr ich weiß, um so mehr bin ich mir der Tatsache bewusst, dass ich ganz viel noch nicht weiß!
In der Welt unserer Pferde gibt es kein besser oder schlechter. Daher halte auch ich mich nicht für besser. Diese Vorgehensweise ist anders! Wenn Sie der Meinung sind, Sie haben Lust, einmal etwas anderes auszuprobieren, dann ist das hier genau das Richtige für Sie.
Diese Qualität bekommen Sie nicht einfach so! 50 % sind Lehrkunst und die anderen 50% liegen in ihrer Fähigkeit, Verhalten zu ändern! 



 Weltfrauentag 2021




Montag, 8.März 2021
Heute ist Weltfrauentag und damit natürlich auch WELTREITERINNENTAG!
Von meinem Lieblings Radiosender WDR 4 bei meiner Morgendusche daran erinnert, frage ich mich, warum gibt es denn verhältnismäßig weniger Frauen im Großen Sport, vor allem im Springsport, obwohl sich in unseren Anlagen an der Basis mehr Mädchen, als Jungs tummeln?
Hierzu eines meiner Erlebnisse:
Am Ende meiner Gespannführerinnenausbildung stand natürlich die Prüfung. Ich sollte auf dem Jülicher Turnierplatz einen Warmblut - Zweispänner fahren. Diese Pferde hatte ich während der Lehrgangszeit nicht kennengelernt. Sie wurden von einem erfolgreichen Fahrer zur Verfügung gestellt.
Ich begab mich auf den Kutschbock und startete, um mich ein wenig einzufühlen.
Doch schnell spürte ich, dass das, was der erfolgreiche Pferdebesitzer als: "Die liegen ganz leicht in der Hand!" Bezeichnete, war nach meinem Gefühlsbarometer unglaublich fest.
Ich hatte Mühe, mit meinen 50 Kg Körpergewicht der "Anlehnung" stand zu halten, die mir de Beiden Pferde in die Hände drückten. Ich musste mich mit meinem ganzen Körpergewicht in die Anlehnung stemmen.
Nach ein par Runden weigerte ich mich, die Prüfung mit diesen Pferden zu fahren. Es war nicht leicht, diesen Schritt zu gehen. Ich wollte dem freundlichen Fahrer, dem Besitzer der beiden Pferde natürlich nicht vor den Kopf stoßen.
Aber, mein Gefühl sagte mir, dass ich so nicht fahren möchte.
Das war meine Entscheidung. Ich habe die Prüfung dann doch noch gemacht. Mit anderen Pferden und einer feinen Anlehnung, so wie es mein Ziel war.
Was lernen wir daraus?
Wir Frauen sind die von der Basis. Das Prinzip von Zug und Druck - an der Basis nur leicht spürbar und gut zu vertuschen -  führt vor allem in höheren Klassen zum exponentiellen Anstieg.
Der kleine Bruder des Zuges ist das Zupfen!
Es gibt eine Möglichkeit, Pferde durch das ihnen eigene Prinzip des territorialen Denkens zu führen. Pferde achten auf denjenigen, der den Raum bestimmt. So kommen wir in erster Instanz gänzlich ohne Zug und Druck aus. Ein Prinzip, dass an der Basis das Fundament legt, auch in den höheren Klassen fein und von hinten nach vorne reiten zu können.
"Nur, wer gelernt hat, von hinten nach vorne zu führen, wird auch in der Lage sein, von hinten nach vorne zu reiten!"
Das ist das weibliche Prinzip der Reiterei!
Ich schätze Männer natürlich sehr, darum sind auch die Männer herzlich eingeladen, dieses weibliche Prinzip kennen zu lernen!



Deine Marie 



E-Mail
Anruf
Karte